Innenminister Joachim Herrmann bei der Veranstaltung 'Bayern.Netzwerken 2026' zur Sicherheit im Energiesektor: Zuverlässige Stromversorgung ist Gemeinschaftsaufgabe von Betreibern und Behörden
27.10.2026, 18:45 Uhr
„Für eine zuverlässige Stromversorgung brauchen wir Zusammenarbeit – denn Energiesicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Energieversorger und Netzbetreiber tragen Verantwortung für die Sicherheit und Funktionsfähigkeit ihrer Systeme. Sicherheitsbehörden bewerten Gefährdungen, und Kommunen, Katastrophenschutzbehörden und Einsatzorganisationen bereiten sich auf mögliche Auswirkungen vor. Entscheidend ist dabei, dass diese unterschiedlichen Verantwortlichkeiten ineinandergreifen. Risiken müssen gemeinsam betrachtet, Schnittstellen geklärt und Abläufe möglichst schon vor einer Krise abgestimmt und erprobt werden.“ Das sagte Bayerns Innen- und Katastrophenschutzminister Joachim Herrmann heute in seinem Impulsvortrag zur Sicherheit im Energiesektor bei der Veranstaltung 'Bayern.Netzwerken 2026' der Bayernwerk AG in München. Zudem sei auch ein verlässlicher rechtlicher Rahmen nötig: „Mit dem KRITIS-Dachgesetz ist hierfür auf Bundesebene ein wichtiger Schritt erfolgt. Jetzt kommt es darauf an, die Vorgaben zu konkretisieren und für Betreiber und Behörden klare und praktikable Anforderungen zu schaffen.“
Herrmann betonte, dass Deutschland und insbesondere Bayern über eine sehr zuverlässige Stromversorgung verfüge: Im gesamten Jahr 2024 lag die durchschnittliche Ausfallzeit pro Einwohner bei lediglich 13,2 Minuten – deutlich unter dem Wert etwa der USA von 118,4 Minuten im Jahr 2023. Gleichzeitig sei eine sichere Energieversorgung entscheidend für das Zusammenleben und die Innere Sicherheit: „Energie ist Voraussetzung dafür, dass unser Gemeinwesen funktioniert. Das gilt für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, für Wasserversorgung genauso wie für Verkehr und unsere Wirtschaft – und nicht zuletzt für die Handlungsfähigkeit von Staat und Verwaltung.“ Der Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres habe eindrücklich gezeigt, wie gefährdet die Versorgung durch gezielte Anschläge und Sabotage, Extremwetter oder Cyberangriffe sein kann. „Darauf müssen wir unsere Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bestmöglich ausrichten. Denn Krisenfestigkeit entsteht nicht erst in der Krise, sondern vorher – durch Vorsorge, Vorbereitung und Zusammenarbeit“, so Herrmann.