Runder Tisch - Verlängerung S7 Wolfratshausen - Geretsried

23.01.2014

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann zum Runden Tisch zur Verlängerung der S7 Wolfratshausen - Geretsried: "Guter Gedankenaustausch - Planer mit weiterer Untersuchung beauftragt - Mehrkosten nur mit finanzieller Beteiligung der Kommunen tragbar"

Um den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nachhaltig zu verbessern und die wachstumsstarke Stadt Geretsried an das Münchner S-Bahn-Netz anzubinden, soll die bestehende S-Bahn-Linie S7 von Wolfratshausen nach Geretsried verlängert werden. Da die vorliegenden Planungen mit dem höhengleichen Bahnübergang an der Sauerlacher Straße bei den Wolfratshausener Bürgern Bedenken hervorgerufen haben, hatte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann die Planer und die örtlich verantwortlichen Politiker zu einem Runden Tisch eingeladen. Herrmann: "Beim Runden Tisch hat ein guter Gedankenaustausch zwischen allen Projektbeteiligten stattgefunden. Die Interessen der Bürger liegen uns am Herzen, und wir nehmen konstruktive Vorschläge sehr ernst."

Aus Sicht der Teilnehmer des Runden Tisches scheint eine Tieferlegung der Bahngleise unter die Sauerlacher Straße hinaus bis zur Königsdorfer Straße zielführend. Allerdings sind die Kosten für eine Tieferlegung der Gleise nur dann darstellbar, wenn sich die beteiligten Kommunen finanziell spürbar beteiligen. Die Kommunen haben sich prinzipiell dafür bereiterklärt. Da die Bahn eine solche eingleisige Tieferlegung bisher nicht betrachtet hatte, wurden die Planer mit entsprechenden Untersuchungen einschließlich einer Kostenschätzung – unter Wahrung der Bestandsführung des Industriegleises - beauftragt. Wenn diese vorliegt, wolle man sich zu einer zweiten Gesprächsrunde treffen. Dann haben alle Beteiligten die Möglichkeit, über eine Finanzierung der Mehrkosten zu entscheiden.

Zum Variantenvorschlag eines Wolfratshausener Bürgers, die sogenannte Gärtner-Planung, waren sich alle Beteiligten einig, dass die Führung der Bahngleise südlich der Sauerlacher Straße gut drei Meter über dem bestehenden Geländeniveau bei der Bevölkerung keine Zustimmung finden würde. Dieser Teil der Planungen soll deshalb nicht weiterverfolgt werden.

Nach zahlreichen Variantendiskussionen standen die Planungen für die Verlängerung der S7 von Wolfratshausen nach Geretsried im Jahr 2009 kurz vor dem Aus. "Erst durch umfangreiche Planungsoptimierungen, wie beispielsweise die oberirdische Trassierung an der Sauerlacher Straße (Staatsstraße 2070), konnte ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis erreicht werden. Und ein positiver volkswirtschaftlicher Nutzen ist zwingende Voraussetzung für eine staatliche Förderung", erläuterte Herrmann.

Für die oberirdische Trasse läuft das Planfeststellungsverfahren. Die Regierung von Oberbayern wird im Sommer 2014 den Erörterungstermin ansetzen. Der Wunsch der Wolfratshausener, eine Bahnschranke auf der Sauerlacher Straße zu vermeiden, wurde ausführlich diskutiert. Die Unterbrechung des Straßenverkehrs ist auch aus Sicht der Bayerischen Straßenbauverwaltung ungünstig. Deshalb kann sich Innen- und Verkehrsminister Herrmann eine Kostenbeteiligung des Freistaats an der Tieferlegung der Bahn an der Staatsstraße vorstellen, sofern sich auch die Städte Wolfratshausen und Geretsried sowie der Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen beteiligen würden.