Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann haben heute das neue Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der Bayerischen Polizei in Erding offiziell eröffnet. "Im DKAZ bündeln wir gezielt vorhandene Kompetenzen und verknüpfen modernste Technik mit praxisnaher polizeilicher Einsatzfähigkeit. Dadurch stärken wir die Handlungsfähigkeit Bayerns gegenüber aktuellen und künftigen Drohnenbedrohungen nachhaltig", erklärte Herrmann. Ministerpräsident Söder betonte: "Bayern stärkt die Polizei bei der Abwehr von Drohnenangriffen: Neue Herausforderungen erfordern neue Maßnahmen. Drohnensichtungen erfordern schnelle Entscheidungen: Gefahren müssen erkannt, verifiziert und im Ernstfall konsequent abgewehrt werden. Damit sollen Flughäfen, Großveranstaltungen und sensible Einrichtungen noch besser geschützt werden. Sicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von entschlossenem Handeln. Gemeinsam mit dem Defense Lab entsteht in Erding ein bundesweit einmaliges Innovationsökosystem. Bundeswehr, Wissenschaft, Start-ups und Industrie arbeiten eng zusammen. So kommt Innovation schnell und wirksam in die Praxis. Ein großer Dank gilt unserer Polizei für ihre wichtige Arbeit – sie hält uns den Rücken frei und wir sorgen für die notwendige Ausrüstung und Unterstützung."
Herrmann verwies auf die derzeit angespannte sicherheits- und geopolitische Lage, die vor allem von zunehmenden Konflikten, hybriden Bedrohungen und neuen Formen der Einflussnahme geprägt ist. Besonders die feindliche Nutzung von Drohnen stellt die Sicherheitsbehörden zunehmend vor große Herausforderungen. "Angriffe auf unsere Kritische Infrastruktur, den Luftverkehr oder militärische Einrichtungen richten sich gegen die nationale und die europäische Sicherheit, verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden und verunsichern die Bevölkerung", so Herrmann. Deshalb sei es laut Herrmann entscheidend, diesen Bedrohungen "entschlossen, schnell und wirksam" zu begegnen. Herrmann betonte, dass die Bayerische Polizei im Bereich der Drohnendetektion und -abwehr bereits seit Jahren gut aufgestellt ist. "Mit dem DKAZ setzen wir ein klares Zeichen: Bayern schützt seine Bürgerinnen und Bürger sowie seine Infrastruktur mit moderner Technik, qualifizierten Kräften und enger Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Das Zentrum schafft die organisatorischen und technologischen Voraussetzungen, damit unsere Polizei auch in Zukunft auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen effektiv reagieren kann. Innovation und Prävention gehen dabei Hand in Hand", so Herrmann.
Zur Errichtung des DKAZ wurde Anfang Oktober 2025 nach dem Beschluss des Bayerischen Kabinetts eine Task Force unter Federführung der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt. Nach umfangreichen Vorbereitungen der Task Force konnte das DKAZ wie geplant zum 1. April 2026 seinen Betrieb in Erding aufnehmen. Das DKAZ ist eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) in Berlin vernetzt und tauscht sich zudem fortlaufend mit wissenschaftlichen Einrichtungen und der Bundeswehr aus. "Dieser fachliche und technische Austausch auf Landes- und Bundesebene schafft wertvolle Synergien für die Weiterentwicklung von Verfahren und Technologien zur Drohnenabwehr", erklärte Herrmann.
Das DKAZ unterstützt die Einsatzkräfte der Bayerischen Polizei mit spezieller Technik und Fachwissen zur Erkennung und Abwehr von Drohnen. Dies gilt vor allem in besonderen Lagen wie Großveranstaltungen, Staatsbesuchen und akuten Gefahrenlagen, zum Beispiel bei sicherheitsrelevanten Drohnensichtungen über Kritischer Infrastruktur. Dazu stellt das DKAZ bayernweit Drohnendetektions- und Abwehrtechnik bereit. Daneben betreibt das DKAZ fortlaufende Marktschau und erprobt und bewertet innovative Systeme. Außerdem bildet das DKAZ die Einsatzkräfte der Bayerischen Polizei im Bereich der Drohnendetektion und -abwehr aus und bietet spezielle Fortbildungen an. In der Startphase arbeiten mehr als 40 Einsatzkräfte im DKAZ. Künftig soll das DKAZ personell weiter verstärkt werden.
