„Wir müssen den interreligiösen und interkulturellen Dialog stärken und die Zusammenarbeit im Bereich der Inneren Sicherheit intensivieren. Denn nur so können wir die Wurzeln von Extremismus und Terrorismus weltweit bekämpfen.“ Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute beim Side-Event auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zum Thema 'Präventionsstrategien in Bayern und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)' zur Bekämpfung islamistischer Radikalisierung gefordert, den das Bayerische Innenministerium in Kooperation mit dem Manara Center for Coexistence and Dialogue aus Abu Dhabi ausgerichtet hat. Der Innenminister betonte: „Im Kampf gegen Radikalisierung sind staatliche Maßnahmen unverzichtbar. Gleichzeitig spielt die Prävention zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz eine entscheidende Rolle. Besonders junge Menschen, die online und in sozialen Medien radikalisiert werden, stellen Staat und Zivilgesellschafft vor zunehmende Herausforderungen.“ Gemeinsam mit Vertretern der VAE und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurden aktuelle Trends analysiert und innovative Präventionsansätze in Bayern und in den VAE bewertet.
Die anhaltend hohe Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus beherrscht laut Herrmann die Sicherheitslage in Deutschland und Europa nach wie vor. Neben anderen weltpolitischen Konflikten werde besonders nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel der Nahost-Konflikt in Gaza von Islamisten für ihre Zwecke instrumentalisiert. „Soziale Medien und Influencer spielen beim Thema Radikalisierung eine zentrale Rolle. Sie haben sich in den letzten Jahren auch zu einem Dreh- und Angelpunkt für extremistische Rekrutierung und Selbstradikalisierung entwickelt. Wir müssen diese Gefahr sehr ernst nehmen“, so der Innenminister. Die Bayerische Staatsregierung setze auf einen ganzheitlichen Ansatz, um die Wurzeln des Extremismus zu bekämpfen. „Neben der sicherheitspolitisch notwendigen repressiven Bekämpfung vertrauen wir auch auf Prävention. Bildung, soziale Integration und Sensibilisierung sind die entscheidenden Schlüssel, um Radikalisierung wirksam entgegenzutreten“, erklärte der Minister. Eine zentrale Rolle spiele dabei auch das ressortübergreifende Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert. Das Netzwerk schließt Sicherheitsbehörden ebenso mit ein wie Bereiche der Bildungsarbeit, der Integrations- und Sozialpolitik, der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Justiz- und Maßregelvollzug.
Abschließend lobte Innenminister Herrmann die hervorragende Zusammenarbeit mit den VAE und bedankte sich besonders bei Dr. Al Nuaimi, dem Vorsitzenden des Manara Centers, für sein großes Engagement und seinen persönlichen Einsatz in den Bereichen Innere Sicherheit und interreligiöser Dialog.
