Bayern setzt mit dem Doppelhaushalt 2026/27 klare Prioritäten: Sicherheit durch Stärke, eine wirksame und bürgernahe öffentliche Verwaltung, leistungsfähige Kommunen, gelingende Integration und die nachhaltige Förderung des Sports. So hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Schwerpunkte des Haushalts seines Ministeriums zusammengefasst, den der Landtag heute in seiner Plenarsitzung beschlossen hat. „Mit dem Dreiklang aus Investieren, Konsolidieren und Reformieren gestalten wir eine verantwortungsbewusste und zukunftsorientierte Politik – für Bayerns Sicherheit“, sagte Herrmann. „Der Landtag hat heute den Weg für ein Zukunftspaket geebnet, das den Freistaat für aktuelle und künftige Herausforderungen nachhaltig stärkt.“
Das Innenressort bleibt nach Überzeugung Herrmanns finanziell solide aufgestellt: Für 2026 sind Ausgabemittel von rund 8,6 Milliarden Euro und für 2027 von rund 8,7 Milliarden Euro vorgesehen. Herrmann: „Ein Großteil dieser Mittel fließt in das Personal – jeweils über fünf Milliarden Euro sind für Polizei und Verwaltung eingeplant. Diese Investition sichert eine bürgernahe, verlässliche und effektive Aufgabenerfüllung im Freistaat – vor Ort und aus erster Hand.“
Für 2027 sind im Innenressort mehr als 480 neue Stellen vorgesehen, davon 200 Stellen für die Bayerische Polizei. Seit 2008 wurden knapp 8.700 zusätzliche Stellen bei der Polizei geschaffen. Diese Verstärkung zeigt nach den Worten des Innenministers Wirkung: „Bayern verzeichnet – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 – die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit fast 50 Jahren und liegt mit einer Aufklärungsquote von 66 Prozent an der Spitze aller Bundesländer. Nirgendwo in Deutschland lebt es sich so sicher wie in Bayern.“ Neben Personal werden auch Ausstattung und Infrastruktur gestärkt: Rund 1,3 Milliarden Euro stehen für den Sach- und Bauhaushalt der Polizei bereit. Davon werden in den nächsten beiden Jahren jährlich etwa 50 Millionen Euro in Drohnendetektion und -abwehr fließen, um moderne Bedrohungen wirkungsvoll abzuwehren.
Für Feuerwehren, Rettungsdienste und den Katastrophenschutz stellt der Doppelhaushalt über 433 Millionen Euro bereit. Zusätzlich werden für 2026 20 Millionen Euro aus dem Bundessondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz für Zwecke des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes eingesetzt. Herrmann: „Diese Mittel tragen zu einer weiteren Verbesserung unserer Einsatzfähigkeit sowie von Schutz und Versorgung der Bevölkerung bei – ein zentraler Baustein für die Sicherheit in Stadt und Land.“
Ein weiterer Meilenstein sei die Einrichtung des neuen Landesamts für Bevölkerungsschutz, das zum 15. April 2026 seine Arbeit aufgenommen hat. „Als Antwort auf zunehmende Großschadenslagen und veränderte geopolitische Bedrohungen bündelt das Landesamt bewährte Strukturen und verbessert die Koordination zwischen Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Katastrophen- und Zivilschutz“, so der Bayerische Innenminister. Das Landesamt trage maßgeblich zu schnellen, schlagkräftigen und strategischen Reaktionen im Krisenfall bei und stärke damit nachhaltig die gesamtstaatliche Handlungsfähigkeit. In Einsatzlagen sei zudem mit dem ebenfalls im Innenministerium angesiedelten Landespolizeipräsidium eine enge und unmittelbare Abstimmung sichergestellt „Bayern nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle bei der modernen Krisenbewältigung ein.“
Mit knapp 250 zusätzlichen Stellen für die Landratsämter stärke die Staatsregierung die Verwaltung vor Ort. Herrmann: „Damit verbessern wir die Beratung, beschleunigen Verfahren und investieren in einen direkten sowie digitalen Service vor Ort“. Eine leistungsfähige und gut aufgestellte Verwaltung sei von zentraler Bedeutung, damit Kommunen weiterhin handlungsfähig bleiben und bürgerorientierte Leistungen verlässlich erbringen können.
Seit mehreren Jahren erstmals rückläufig sind die Aufwendungen in den Bereichen Asyl und Integration. Im Doppelhaushalt sind dafür rund 2,2 Milliarden Euro (2026) und 2,1 Milliarden Euro (2027) eingeplant. Die von Bayern angestoßene und vom Bund aufgegriffene Migrationswende zeigt laut Herrmann Wirkung: „Seit 2025 haben sich die Ausgaben für Unterbringung und Versorgung spürbar verringert. Unser Ziel ist weiterhin, humanitäre Verantwortung mit klaren ordnungspolitischen Regeln zu verbinden.“
Für den Innen- und Sportminister hat auch die Sportförderung einen hohen Stellenwert als zentrales Element bürgerschaftlichen Zusammenhalts: „Die Mittel für den Breiten- und Nachwuchsleistungssport bleiben auf historisch hohem Niveau von mehr als 100 Millionen Euro jährlich.“ Für den vereinseigenen Sportstättenbau sind in den Jahren 2026 und 2027 jeweils mehr als 25 Millionen Euro vorgesehen.
Zur Würdigung herausragender sportlicher Leistungen stellt das Innenministerium mehr als 500.000 Euro für die Medaillengewinner der Olympischen Winterspiele bereit, weitere 520.000 Euro fließen in die Bewerbung Münchens für Olympische und Paralympische Spiele. Für Herrmann sind das „Investitionen in sportliche Perspektiven und in die Attraktivität des Sportlands Bayern!“
