Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat bei einem Vortrag vor der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Büchenbach die Bedeutung der Feuerwehren als wichtige Säule des Gefahrenabwehr- und des Hilfeleistungssystems in Bayern hervorgehoben: "Unsere Feuerwehren sind unverzichtbar für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Dabei lebt eine starke Feuerwehr nicht nur von ihrer Ausrüstung, sondern vor allem von den Menschen, die sich für andere einsetzen. Bleiben Sie alle bitte weiterhin so engagiert und hilfsbereit und geben Sie die wichtigen Werte, für die die Feuerwehren stehen, auch an den Nachwuchs weiter." In den letzten Jahren sind für die Einsatzkräfte neue Lagen entstanden, die in ihrer Art oder Intensität so in der Vergangenheit nicht aufgetreten sind. "Die Anforderungen an die Einsatz- und Führungskräfte sind gewachsen. Dazu gehört leider auch, dass wir uns noch besser für Großschadenslagen und Katastrophen, aber auch mögliche kriegerische Auseinandersetzungen wappnen müssen", betonte Herrmann.
von links: Innenminister Joachim Herrmann, Simon Golsch Kommandant FFW Büchenbach, Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger, Betreuungsstadträtin Sophia Schenkel
Spionage, mögliche Sabotageakte und die Gefahr von Angriffen auf die Kritische Infrastruktur in Deutschland haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine angemessene Vorbereitung hierauf gewinnt immer mehr an Bedeutung. "Wir müssen so aufgestellt sein, dass wir eine klare und glaubhafte Botschaft aussenden können: Wir sind stark. Wir sind zur Abschreckung fähig. Wir sind verteidigungsbereit." Die aktuellen sicherheitspolitischen Szenarien machten deutlich, dass die zivile Verteidigungsfähigkeit Deutschlands weiter ausgebaut und bis 2029 ein deutlich höherer Vorsorge- und Bereitschaftsstand erreicht werden muss. "Der Freistaat Bayern investiert daher seit langem in erheblichem Umfang in den Katastrophenschutz. Standen in den fünf Jahren von 2019 bis 2023 für Investitionen in diesem Bereich insgesamt 88 Millionen Euro zur Verfügung, haben wir diese Summe im Doppelhaushalt 2024/2025 auf jährlich über 45 Millionen Euro mehr als verdoppelt", so der Minister. Dieses hohe Niveau setzen wir auch im aktuell laufenden Doppelhaushalt 2026/2027 fort.
Auch der Bund investiert kräftig in den Bevölkerungsschutz und vor allem in die Ausstattung der Einsatzkräfte. Denn eine wirksame Landes- und Bündnisverteidigung sei ohne die zivile Seite und einen schlagkräftigen Bevölkerungsschutz nicht denkbar, erklärte Herrmann: "Damit verbunden ist die klare Botschaft: Der Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren ist nicht alleinige Aufgabe der Bundeswehr, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Wir müssen daher auch unsere in der Fläche breit aufgestellten, wesentlich vom Ehrenamt getragenen Feuerwehren gut ausstatten und vorbereiten, damit sie ihre Kernkompetenz im Brandschutz und der technischen Hilfe, aber auch im Katastrophen- und Zivilschutz auch wahrnehmen können."
