Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt neue Präventionsfilme gegen Rechtsextremismus vor: Echte Geschichten aus dem Leben verdeutlichen das Abgleiten in die Szene und den schwierigen Weg heraus

24.09.2026

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute zwei neue Kurzfilme vorgestellt, die unter dem Titel 'Der Weg zurück' den erfolgreichen Ausstieg aus der rechtsextremistischen Szene zeigen: "Das sind echte Geschichten aus dem Leben, von Menschen, die in die Szene abgerutscht sind, aber wieder einen Ausweg aus dieser Welt gefunden haben. Aussteiger berichten von ihrer Vergangenheit, während professionelle Schauspielerinnen und Schauspieler eindrucksvoll die entscheidenden Momente nachstellen: den Einstieg, die zunehmende Radikalisierung und den Ausstieg, der Zweifel, Mut und oft auch schmerzhafte Brüche mit dem bisherigen Umfeld erfordert." Die beiden Kurzfilme sowie ein begleitendes Experteninterview als Video, das unter anderem zentrale Szenen und Radikalisierungsmechanismen fachlich einordnet, sind in Zusammenarbeit des Innenministeriums mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) entstanden. Sie sind ab sofort Teil der Präventionsarbeit der BIGE und stehen Schulen sowie weiteren Fachkräften der pädagogischen Arbeit, etwa im Sport oder bei Vereinen, zur Verfügung.

Dem Innenminister bereitet vor allem die schnelle Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen über Soziale Medien und auch Gamingplattformen große Sorgen: "Extremisten bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen. Sie arbeiten mit klaren Feindbildern, provozieren, emotionalisieren und versprechen Zugehörigkeit. Gerade junge Menschen versuchen sie damit gezielt anzusprechen." Sowohl etablierte Gruppen als auch neuere, stark erlebnisorientierte Jugendgruppierungen finden durch vermeintlich harmlose Memes, Musik oder Videos auf TikTok und Co. leicht Zugang zu jungen Menschen, um sie dann in abgeschottete (Chat-)Räume oder Foren zu locken und dort mit dem radikalen Gedankengut vertraut zu machen. Zunutze machen sich Extremisten dabei zutiefst menschliche Gefühle, die Jugendliche oft erleben – etwa Selbstzweifel, eine Sehnsucht nach Anerkennung oder nach Gemeinschaft.
 
"Genau deshalb müssen wir mit unserer Präventionsarbeit früh ansetzen und junge Menschen mit zeitgemäßen Formaten dort erreichen, wo sie unterwegs sind", so Herrmann. Daher werden die Filme nicht nur für die Präventionsarbeit der BIGE und die Jugendarbeit in ganz Bayern verwendet, sondern sind auch Teil der heute startenden Social Media-Aufklärungskampagne 'Extrem Durchschaut' des Innenministeriums gegen Extremismus. "Wir setzen dabei ganz bewusst auf die verschiedenen Social Media-Kanäle und beleuchten verschiedene Themen aus den unterschiedlichen extremistischen Phänomenbereichen, zuerst aus dem Rechtsextremismus, in der Folge dann aus dem Antisemitismus, dem Linksextremismus und weiteren Bereichen, wie etwa den Islamismus."
 
Abschließend machte Herrmann klar: "Ein Ausstieg ist schwierig, aber möglich. Es gibt Hilfe und es gibt einen Weg zurück." Hier setzt die BIGE an, denn sie unterstützt und begleitet über ihr Ausstiegsprogramm Betroffene und ihr persönliches Umfeld bei dem Weg aus dem politischen Extremismus. Sie bietet kostenfreie und vertrauliche Hilfe zur Selbsthilfe beim Ausstieg aus einer extremistischen Szene an oder unterstützt, wenn jemand erkennbar in den Extremismus abzudriften droht. Dabei betreut die BIGE Personen aus dem Rechtsextremismus, aber auch Aussteiger aus der linksextremistischen Szene sowie den Reichsbürgern und Selbstverwaltern.
 
Weitere Informationen und Materialien zu den Filmen 'Der Weg zurück' und der Aufklärungskampagne finden sich unter www.extrem-durchschaut.bayern.de, Informationen rund um die BIGE unter www.bige.bayern.de